Ein Rückbauaudit ist die systematische Erfassung einer Mietfläche oder eines Gebäudes vor dem Rückbau: Art, Menge und Qualität der Bauteile und Materialien, Schadstoffe sowie das Potenzial für Wiederverwendung und Verwertung. Im Retail betrifft es meist den Mieterausbau einer Filiale vor Schließung oder Umbau.
Was erfasst wird
- Bauteile und Materialien nach Art, Menge, Lage und Zustand
- Verbindungsarten: lösbar oder verklebt (Rückbaufähigkeit)
- Schad- und Störstoffe
- Potenzial für Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung
Wozu es dient
Das Rückbauaudit ist die Grundlage für Rückbaukonzept, Ausschreibung und Kalkulation. Es zeigt, welche Einbauten in andere Filialen umgelagert werden können (Wiederverwendung von Ladeneinbauten) und welche Stoffe getrennt erfasst werden müssen (Abfallhierarchie im Rückbau). Ohne Audit wird meist pauschal abgebrochen und entsorgt.
Abgrenzung
Eine reine Schadstofferkundung prüft nur Gefahrstoffe. Das Rückbauaudit geht weiter und bewertet zusätzlich Mengen und Wiederverwendungspotenzial. Der Begriff wird uneinheitlich verwendet; international ist auch von Pre-Demolition Audit die Rede.
Im Filialgeschäft
Bei Filialisten fällt das Audit oft kurzfristig vor Mietende an, und die Bestandsdokumentation ist lückenhaft. Wer verbaute Bauteile von Anfang an in einem Materialkataster erfasst, verkürzt das Audit erheblich und schafft die Datenbasis für die Restwertrückführung.